Mystery Bounty: Kurzer Hype oder gekommen, um zu bleiben?

Mystery Bounty: Kurzer Hype oder gekommen, um zu bleiben?

Mystery Bounty – der große Hype aus Las Vegas hat auch Europa erreicht. Aber ist es nur ein kurzlebiger Trend oder bleibt das Format fixer Bestandteil der Festival Pläne?

Million Dollar Bounty Gewinner Matt Glantz (c) Hayley Hochstetler

Mitten in der Coronapandemie sorgte das Wynn mit dem allerersten großen Mystery Bounty Event für großes Aufsehen. Verstand man früher darunter, dass ein oder mehrere Spieler unbekannterweise Bountyspieler in einem Turnier sind, so geht es nun um eine neue Variante, bei der einigen wenigen glücklichen Gewinnern richtig fette Preise winken. Die Idee verbreitete sich rasant in der Poker-Community und mit dem Wiederaufleben der Pokerszene ab 2022 fand das Format in immer mehr Turnierplänen Einzug. Online nahm GGPoker das Mystery Bounty als fixen Bestandteil des Turnierangebots auf, live sprangen die WSOP, die EPT und auch die Poker EM von Casinos Austria auf den Zug auf.

Es gibt verschiedene Varianten des Mystery Bounty Turniers, eines ist aber gleich – es gibt einen richtig fetten Top-Preis. Bei manchen Turnieren starten die Bounties mit Ende der Late Reg, bei den meisten aber erst mit Erreichen der Geldränge. Der Reiz, richtig viel Geld zu gewinnen, ohne auch den Turniersieg zu holen, lockt natürlich die Gambler an, aber auch die Strategen haben schon neue Berechnungen angestellt, wie man ein solches Turnier spielen soll. Begeistert sind aber offenbar alle vom Format – das Wynn verzeichnet Rekordzahlen, gleich 14.112 Entries jagten der Millionenbounty beim Million Dollar Bounty der WSOP nach,  und auch die erste € 1.100 Mystery Bounty EM im Casino Velden brachte es auf starke 183 Entries. PokerStars lockt  mit einem gesponserten $30.000 Platinum Pass Mystery Bounty zur EPT Barcelona und nun hat auch GGPoker wieder bei der WSOP Online das Mystery Bounty auf dem Braceletplan.

Mikkel Plum bei der Mystery Bounty EM

Als Bounty Turniere vor rund 15 Jahren in die Pokerwelt kamen, fanden viele Spieler rasch daran Gefallen und sie sind nicht mehr wegzudenken. Vor rund sechs, sieben Jahren wurden die Turniere von den Progressive Knockouts abgelöst. Vor allem online gibt es kaum mehr ein „normales“ Bounty Turnier, die PKOs dominieren die Online-Welt, eigene Bounty Turnierserien werden fast ausschließlich als PKOs gespielt und erfreuen sich großer Beliebtheit.  Die Live-Szene dagegen setzt nach wie vor  auf die klassischen Bountyturniere. Grund dafür ist der damit verbundene Aufwand, PKOs zu spielen. Die technische Lösung von Poker Bounty Hunter ist teuer und zeitaufwändig, aber auch mit Chips oder Schildern braucht das PKO Format mehr Zeit und Personal als ein reguläres Bounty Turnier. Generell mögen die Spieler zwar die Live PKOs, aber der Trend geht hier doch eher wieder zu den normalen Bounties.

Aufwändig ist auch das Mystery Bounty Turnier, denn nur wenn die Schatztruhe und das Ziehen der Bounties auch entsprechend präsentiert wird, bleibt auch der Reiz des Mystery Bounties aufrecht. Vor allem bei teureren Events mit Beteiligung der Pros ist die Information, welche Bounties schon gezogen sind und welche noch übrig sind, unerlässlich. Damit bleibt auch die Frage – können sich die Mystery Bounties als alltägliches Format behaupten oder sollte man den Hype mit wenigen ausgewählten Events aufrecht erhalten?

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Author: Matthew Fisher